salon angelika
Gegenwartskunst im Angelika Kauffmann Museum
Archiv Ausstellungen
Emmanuel Troy
›Anton‹
1. März – 13. April 2025
Emmanuel Troy zeigt Zeichnungen und bildhauerische Arbeiten aus dem Nachlass von Anton Moosbrugger (1942–2023) und setzt diese zu seiner eigenen Malerei in Beziehung. Für das vielschichtige Werk des Bregenzerwälder Universalkünstlers mit ausgeprägtem Hang zur Eisenbahn begann sich Troy bei Recherchen zu seinem Kunst-und-Bau-Projekt für den neuen Dorfplatz in Egg zu interessieren. Eine frühe Skulptur Moosbruggers diente ihm als formaler Ausgangspunkt für den nun realisierten Entwurf. Die intensive Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte, alten Techniken und fremden künstlerischen Positionen ist bei Troy immer Teil des Konzepts. Er lässt Bildgattungen wie die Genremalerei und das Trompe-l'œil wieder aufleben und kultiviert eine langsame, konzentrierte Arbeitsweise. Schwarzweiße Interieurs und Ausblicke auf einsame Landschaften vermitteln eine gewisse Romantik und Nostalgie. Es sind Orte für Einsiedler und Freigeister – wie geschaffen für Künstler wie ihn oder Moosbrugger, die unbeirrt vom Zeitgeschmack individuelle Wege beschreiten.
Emmanuel Troy, geboren 1993, aufgewachsen in Egg, lebt und arbeitet in Wien und Schwarzenberg. Er studierte Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien und Skulptur und Raum bei Hans Schabus an der Universität für angewandte Kunst Wien.
Chiara Bals
›Rock, Paper, Scissors‹
9. März – 14. April 2024
Der Kamingeruch in meiner Nase
fühlt sich an wie ausgedacht
Wenn ich an den Häusern vorbei spaziere
strömt noch warmer Rauch
durch meinen Körper
und mein Kind —
es läuft die Straße hinab
zurück nach Hause
nicht zu weit
aber weit genug
um sich die Wärme der Räume auszudenken
erfüllt von blendend hellen
und warmen Strahlen
dort wartend
ein weiß behaarter Kopf
voller Freude
dieses Kind wiederzusehen
Text: Chiara Bals
Chiara Bals, geboren 1996 in Dornbirn, lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien in der Klasse Skulptur und Raum bei Hans Schabus. In ihrer künstlerischen Praxis treffen Bildhauerei und Zeichnung aufeinander. Vage Erinnerungen und die Eigenschaften des Materials bilden die Ausgangspunkte ihrer poetisch verschlüsselten Arbeiten.
Sarah Bechter
›Serving Sentiment‹
11. März – 16. April 2023
Malerei und suggestive Präsenz stehen im Zentrum von Sarah Bechters Praxis. Melancholisch-poetisch und nicht ohne einen gewissen Humor hinterfragen ihre Gemälde die Bedingungen ihrer eigenen Produktion – bewohnt von elastischen Figuren und Gebilden, die organisch mit der Fluidität der Farbe und den malerischen Berührungen der Künstlerin interagieren. Wer oder was hier Subjekt und Objekt ist, bleibt unklar. Personen, Gegenstände und Stimmungen werden nur angedeutet, Gedanken nur angestoßen. Ihre neuesten Arbeiten nehmen die Gestalt von Paravents an. Gleichsam wie illustre Gastgeber*innen richten sich die dreiteiligen Leinwände im Ausstellungsraum ein. In ihrem Auftreten und ihrer Beweglichkeit ergründen sie ihre eigene Form und konfrontieren uns mit einem grundlegenden Misstrauen gegenüber statischen Standpunkten und eindeutigen Narrativen. Der Paravent als eigentümliches Scharnier zwischen Fläche und Dreidimensionalität, Gezeigtem und Verborgenem, Privatem und Öffentlichem wird damit zum idealen Sinnbild und Träger für Bechters transitive Malerei.
Sarah Bechter, geboren 1989 in Andelsbuch, lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte von 2010 bis 2017 Malerei an der Universität für angewandte Kunst Wien.
Drago Persic
›Der Cowboy und die Meise‹
11. März – 17. April 2022
Drago Persics Malereien bauen auf präzis inszenierten Collagen aus dekonstruierten Fotografien und Found Footage auf. Sie beziehen sich auf filmische Szenen und sind in ihrem Aufbau vollends orchestriert – Licht, Objekte, Schauspieler*innen, Perspektiven und Konstellationen. Persics Werke sind Dokumentationen einer Skulptur im Werden und halten durch die Malerei den bildhauerischen Prozess fest. Die malerische Praxis Persics konzentriert sich bis ins Kleinste auf jedes einzelne Farbpigment, das in der Gesamtheit auf der Leinwand als buntestes Schwarz oder farbreinstes Blau in Erscheinung tritt. Die Möglichkeit und Unmöglichkeit der Malbarkeit und schlussendlich der Sichtbarkeit von Motiv und Farbe stellen die Herausforderung an ihn als Künstler dar, der er sich mit Leidenschaft annimmt.
Drago Persic, geboren 1981 in Banja Luka, Bosnien-Herzegowina, lebt und arbeitet in Wien. Er studierte von 2002 bis 2007 an der Akademie der Bildenden Künste, Wien bei Muntean/Rosenblum, Elke Krystufek und Hans Scheirl.
Angelika Kauffmann Museum
Brand 34, 6867 Schwarzenberg



